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Der KinoTip: Verblendung

(Thriller)

Seit dem Verschwinden seiner Nichte Harriet im Jahre 1966 bekommt das Oberhaupt des mächtigen Vanger-Familienkonzerns Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) jedes Jahr zu seinem Geburtstag einen Umschlag, der eine gepresste Blume enthält, zugeschickt.  Er glaubt, dass diese ungewöhnlichen Geschenke von Harriets Mörder stammen, und beauftragt den Journalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist), der gerade wegen Verleumdung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, den Fall noch einmal aufzurollen. Der KinoTip
Mittels alten Bildmaterials und Informationen zu den einzelnen Mitgliedern des zerstrittenen Vanger-Clans versucht Blomkvist sich dem Geheimnis des Verschwindens des damals 16-jährigen Mädchens zu nähern. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von der undurchschaubaren und äußerst rabiaten Lisbet Salander (Noomi Rapce), die sich in seinen Computer gehackt hat...

(ul) Mit „Verblendung“ legt Regisseur Niels Arden Oplev eine überzeugende Verfilmung des ersten Bandes der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson vor. Der Film vereinfacht und verkürzt zwar die Handlung des Bestsellers und staucht auch den komplizierten Vanger-Stammbaum etwas zusammen, versteht es dabei aber die richtigen Akzente zu setzen und nimmt sich insbesondere die notwendige Zeit, um das ungewöhnliche Ermittlergespann aus dem linken Wirtschaftsjournalisten Michael Blomkvist und der jungenhaften Hackerin Lisbeth Salander einzuführen. Noomi Rapace ist dabei die ideale Besetzung für diese mysteriöse junge Frau, die mit ihrem unergründlichen Blick, ihrer verschlossenen Haltung und ihrem ausgeprägten Hang zur Gewalttätigkeit eine äußerst ungewöhnliche Filmheldin abgibt.

„Verblendung“ ist ein düsterer, beklemmender Thriller mit einem faszinierenden Ermittlerduo, der über die stolze Laufzeit von 153 Minuten blendend unterhält und hohe Erwartungen in Bezug auf die beiden, bereits für das nächste Jahr angekündigten, Verfilmungen von „Verdammnis“ und „Vergebung“ schürt.

8 von 10 Punkten

Dieser Beitrag stammt von Ulf Lepelmeier aus der 405.Ausgabe  des Tip vom 22. Oktober 2009

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